Crises and catastrophes of all kinds have always confronted humans with great challenges. The present study examines the question of how literary texts process and deal with these challenges through the imaginary world of metaphors. It concentrates on the metaphor of childbirth, which compares people racked with crisis to women in labour (and sometimes vice versa). The texts examined are taken from the Ancient Orient and the Old Testament, together with a text exemplar from the Qumran corpus, which takes up the metaphor of childbirth and develops it further.
Diese Studie geht der Frage nach, wie und warum literarische Texte des Alten Orients, des Alten Testaments und des Qumrankorpus Krisen und Katastrophen metaphorisch darstellen. Ausgehend von einer kurzen Einführung zur Metaphertheorie und zu altorientalischen Vorstellungen von Geburt im Allgemeinen werden Texte untersucht, die das Konzept Geburt metaphorisch mit dem Konzept Krise verbinden und hiermit sowohl das eine wie auch das andere in einem neuen Licht erscheinen lassen. Das Hauptaugenmerk des Buches liegt auf alttestamentlichen Texten und den persönlichen, historischen und universalen Krisen, die sie mit Hilfe der Geburtsmetapher beschreiben. Hierbei ist es besonders interessant, dass nicht der glückliche Ausgang einer Geburt im Zentrum der Metapher steht, sondern der Schmerz, die Unsicherheit und die Unabwendbarkeit der Geschehnisse, die Krise und Geburt verbinden. An einem Text aus den Hodayot von Qumran wird gezeigt, wie spätere eschatologische Vorstellungen die altorientalische und alttestamentliche Geburtsmetapher weiterentwickeln.