"Mittelalterliches Erzèahlen unterscheidet sich von dem uns gelèaufigen zwar nicht grundsèatzlich, doch zeichnet es sich durch bestimmte Idiosynkrasien aus, die es uns fremd erscheinen lassen. Diese Fremdheit hat Konsequenzen auch fèur die narratologische Untersuchung, insofern die im Wesentlichen am realistischen Roman entwickelten narratologischen Modelle fèur dieses alte Erzèahlen nur bedingt greifen. Primèares Anliegen des interdisziplinèaren Bandes, der Beitrèage aus Germanistik, Anglistik, Romanistik, Japanologie und Keltologie versammelt, ist es, diese Fremdheit methodisch kontrolliert zu erfassen. Im Zentrum stehen die narratologischen Kategorien Autor, Erzèahler, Perspektive sowie Zeit und Raum. Dabei geht es zum einen darum, narratologische Beschreibungsmodi zu finden, die den mittelalterlichen Erzèahltexten angemessen sind. Zum anderen impliziert dieser methodenkritische Zugriff immer auch und zugleich eine dichte Beschreibung dessen, was uns in den alten Erzèahltexten entgegentritt. Methodenreflexion und historische Beschreibung sind in einer historischen Narratologie untrennbar miteinander verbunden"--