"Kaum ein nationalsozialistisches Konzentrationslager hat nach 1945 eine derart vielfèaltige Literatur hervorgebracht wie Buchenwald. Zu ihr gehèoren ideologisch bis heute umstrittene Bèucher wie der antifaschistische Beststeller Nackt unter Wèolfen, diehochkanonischen Romane wie Semprâuns oder Kertâesz, weniger bekannte Romane wie Adlers Das Panorama oder Ferdinand Peroutkas Wolke und Walzer, eine Flut vergessener "grauer" Bericht-Literatur, frèuhe Versuche einer soziologischen, politischen oder psychologischen Deutung des Lagers. Ebenso wie das Konzentrationslager Buchenwald selbst ist diese Literatur international. Buchenwald versammelte Menschen aus fast allen Lèandern Europas. Viele von ihnen wurden aus politischen oder rassischen Grèunden deportiert, die nationale Grenzen èuberschritten. Die Literatur, die aus dem Lager hervorging, entstand also einerseits in nationalliterarischen Kontexten, bezog sich aber andererseits auf ein transnationales Ereignis, das sich mit transnationalen Fragen verband.Die Literatur des Lagers Buchenwald lèasst sich daher nicht einfach nationalliterarisch einhegen. Trotzdem wies die Forschung in den letzten Jahren einen starken Zug zur nationalliterarischen Segmentierung auf, was auch dazu fèuhrte, dass sich die Wahrnehmung darèuber hinaus nur auf sehr wenige kanonische Werke beschrèankte. Der vorliegende Band versammelt Beitrèage èuber die Literaturen, die an der europèaischen Textgeschichte des Konzentrationslagers Buchenwald mitgeschrieben haben."--