Zur Interaktion von Arzt, Patienten und nicht-menschlichen Akteuren in der Neuroonkologie
"Im Rahmen neuroonkologischer Gesprèache dient das MRT-Gerèat den èArzten als primèare diagnostische Grundlage, da es bei diesem Krankheitstyp keine einheitlichen Symptome gibt und der direkte Blick auf die ursèachliche Lèasion versperrt ist. Fokus dieser gesprèachslinguistischen Studie ist die analytische Erfassung des fèur diese Gesprèache konstitutiven Moments der Unsicherheit, welches u.a. durch die stèandige Anwesenheit von technischen Apparaten evoziert wird. Grundlage der Analyse sind èuber 140 Arzt-Patient-Gesprèache, aufgenommen in der neuroonkologischen Ambulanz eines Uniklinikums. Bei der Auswertung des Datenkorpus werden Latours Akteur-Netzwerk-Theorie, Clarkes Situationsanlyse sowie Flecks Denkstilkonzept gesprèachsanalytisch genutzt. Entsprechend werden die beteiligten situativen und diskursiven Akteure als gleichrangig handelnde Partner betrachtet. Die Untersuchung zeigt, wie trotz der vorliegenden Unsicherheiten Vertrauen aufgebaut werden kann. Denn obwohl der Arzt Entscheidungen auf Basis von unsicherem Wissen treffen muss, vermag er durch seine erfahrungs- und denkstilbasierte Analyse des Netzwerkes die Situation und das apparativ gewonnene Wissen partiell zu sichern"--